Die Welt verfällt langsam einem Zensurwahn. Das Internet
kennt keine Grenzen, aber es gibt regional sehr unliebsame Seiten. Also
blockiert man diese im großen Stil. Großbritannien, China
oder Thailand haben es vorgemacht. Australien möchte sich diesem Trend
anschließen.
Und auch in Australien steht der Jugendschutz Pate. Es geht
vor allem um Online-Pornografie. Die alte Regierung hat für 190 Millionen
US-Dollar das Filterprogramm NetAlert entwickelt. Eltern sollte damit die
Möglichkeit gegeben werden, pornografische Websites für Kinder zu
sperren.
Entweder wollten das Eltern nicht oder die Kids fanden trotzem
einen Weg.
Wenn Eltern also die Online-Gefahren nicht erkennen, muss also
der Staat die Kinder schützen - so die Denkweise von Minister
Conroy. Deshalb sollen nun die Internetprovider verpflichtet werden,
Websites von einer gelieferten Liste zu sperren. Erwachsene müssten sich diese
extra freischalten lassen.
Auch das Herunterladen geschützter Filme und
Musikstücke soll durch die Provider in Zukunft kontrolliert werden.
Aus
unserer Sicht ist hier die Meinungsfreiheit, insbesondere für Jugendliche, stark
eingeschränkt. Warum mischt sich der Staat ein, wenn selbst die Eltern und die
Jugendlichen selber der Meinung sind, dass sie keinen speziellen Schutz
benötigen? Ich habe noch von keinem Fall gehört, dass ein Jugendlicher beim
Betrachten von Pornos tot umgefallen wäre. Dass sich ein Schüler aber nach
dem Betrachten seines Zeugnisses umbringt, schon... Darüber sollte man mal
nachdenken.
Mal abgesehen davon lässt sich dieser Filter natürlich
auch einfach umgehen (die meisten Kids sind halt viel cleverer als
Regierungsgreise) und die Regierung wird es niemals schaffen, alle
pornografischen Seiten aufzulisten. Daher wird es wohl darauf hinauslaufen, dass
ALLE ausländischen Seiten gesperrt werden. Und dann: Gute Nacht,
Australien.